15.4.2024
Wir fahren weiter und verlassen die Toskana (wir kommen nochmals zurück, aber wir wollen die nächsten zwei Tage gerne am See verbringen, danach soll das Wetter umschlagen) Richtung Latium, an den Bolsenasee.

Bolsena ist ein kleines Mittelalter Dorf am Bolsanosee. Es hat uns hier sehr gut gefallen. Das Dorf ist steil und sehr idyllisch, und zudem hatte es an diesem Montag kaum andere Leute.

Kathedrale der heiligen Cristina.
Bereits im Mittelalter war das Gotteshaus der Heiligen Cristina geweiht, die im 3. Jhdt. in Bolsena gelebt haben soll und wegen der Weigerung, römischen Gottheiten zu dienen, den Märtyrertod erleiden musste. In unmittelbarer Nähe der Grabstätte in antiken Katakomben wurde im 10./11. Jhdt. die Wallfahrtskirche errichtet, die eine wichtige Pilgerstation auf der Via Francigena nach Rom wurde. Im Jahre 1263 trug sich hier das Blutwunder von Bolsena zu: ein böhmischer Priester, der am Wunder der Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi im Rahmen der Kommunion zweifelte, las hier auf seiner Pilgerfahrt nach Rom die Messe, als er die Hostie hochhob, tropften durch ein Wunder Blutstropfen auf das Altartuch herab, was die Zweifel des Priesters sofort verschwinden liess. (🤔)
Die Kathedrale ist beeindruckend und vor allem die Katakomben haben mich begeistert. Ein grosses unterirdisches Labyrinth. Ich war dort unten ganz alleine, schon etwas gruselig 👻 !
Und bei so viel Heiligkeit musste ich dann doch mal ein paar Kerzen anzünden: eine für eine gute Reise, eine für alle mir nahstehenden Verstorbenen, eine für alle die mich mögen und zum Schluss eine für alle die mich nicht mögen !

Am Abend sind wir dann bei „Da Guido“ am See wunderbar bewirtet worden. Wir haben eine Flasche des berühmten „Est! Est!! Est!!! di Montefiascone“ Weines getrunken (ich muss zugeben, ich habe von diesem Wein noch nie etwas gehört 😔😔). Er hat uns sehr gut geschmeckt und der Kellner hat uns die Geschichte dazu erzählt:
Die Geschichte beginnt 1111, als Heinrich V. von Deutschland nach Rom fuhr, um zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt zu werden. Im Anschluss an ihn kommt auch Johannes Defuk, Bischof und großer Weinliebhaber Richtung Rom. Der Prälat hatte dem Diener Martino befohlen, ihm auf dem Weg vorauszugehen, die Tavernen mit dem besten Wein zu finden und sie mit der Aufschrift „Est“ (oder „Es gibt“) zu markieren, wobei er sich auf den guten Wein bezieht). Und so tat er es auch.
In Montefiascone angekommen, fand er ein ausgezeichnetes Produkt: Der Wein war so gut, dass er die maximale Bewertung erhalten sollte. Tatsächlich wiederholte er das festgelegte Signal dreimal und schrieb neben der ersten Taverne in großen Buchstaben: "Est! Est!! Est!!!“ Mit sechs Ausrufezeichen. Der Kardinal teilte die Meinung, er liebte das Getränk so sehr, dass er drei Tage in der Stadt blieb.

16.4.2024
Heute lassen wir es gemütlich angehen, in Bolsena ist Mark, den besuchen wir. Mägi schaut sich auch noch die Katakomben an, dann gehen wir zurück zum Campingplatz und lesen. Es ist nun wieder merklich kälter geworden, ich grilliere zwar draussen, wir müssen unser Abendessen aber im Büssli geniessen.